Steuereinnahmen sinken – Investitionen steigen

„Ein Prozent Einbruch beim Wirtschaftswachstum bedeutet für den Landeshaushalt einen Einnahmeausfall bei den Steuern von rund 350 Millionen Euro.“ erklärte der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers am Rande eines Unternehmensbesuches in Nordhorn. Hintergrund ist die Halbierung der Wachstumserwartungen der Bundesregierung für das laufende Jahr auf 0,5%.

Zu Gast war Rheinhold Hilbers bei der Beton- und Monierbau GmbH (BuM). Mit Andre Mülstegen und Uwe Fietzek, Kandidaten der anstehenden Bürgermeister- und Landratswahlen, sprach er über die wirtschaftlich Lage Niedersachsens und der Grafschaft Bentheim. „Wir spüren keine wirtschaftliche Abkühlung“ so der Geschäftsführer Friedrich Quellmelz. Im Gegenteil, „es fällt uns schwer, weiter Kapazitäten aufzubauen, besonders im Bereich des Breitbandausbaus.“ Dabei stellt gerade hier das Land Niedersachsen eine Milliarde Euro zusätzlich bereit. „Auch in Verkehrswege werde mehr investiert“, so Reinhold Hilbers. Es fehle jedoch, so Friedrich Quellmelz, an geeigneten Fachkräften und motivierten Auszubildenden.

Fachkräftemangel bremst die Entwicklung

Der demografische Wandel und ein zu verbesserndes Image, so Friedrich Quellmelz, mache es zunehmend schwerer, geeignete Auszubildende zu finden. „Dem können wir mit einer stärkeren Kooperation zwischen Schulen und Betrieben entgegenwirken“, äußerte sich Andre Mülstegen optimistisch für die Zukunft. „Außerdem sind uns Praktikanten immer willkommen“, bekräftigte Reinhard Kewe, Gesellschafter der BuM, das Engagement seiner Firma für junge Menschen. "Wir haben jedoch viele Facharbeiter, die bald in Rente gehen werden“, erklärte Reinhard Kewe weiter. Dadurch spitze sich das Problem zukünftig weiter zu. Als ein echter Standortnachteil für Nordhorn erweist sich das Fehlen einer Hochschule. „Wir bieten Studenten gerne die Möglichkeit, ihre Bachelorarbeit bei uns zu schreiben“, erläutert Friedrich Quellmelz eine der Strategien des Unternehmens im Kampf um Hochschulabsolventen. „Wir müssen Nordhorn insgesamt attraktiver für Fachkräfte machen.“, erklärte Andre Mülstegen dazu am Rande der Veranstaltung. Den Kampf um ein Angebot im universitären Bereich will Mülstegen auch nicht aufgeben.

Investitionen voranbringen

„Unsere Vergabeverfahren müssen wir noch stärker auf den Mittelstand ausrichten,“ betonte Rheinhold Hilbers. Dazu müsse es vereinfacht und flexibler werden. Man bereite dies auf Landesebene bereits vor. Eine stärkere Förderung der lokalen Wirtschaft wünschte sich auch Andre Mülstegen, der für Amt des Bürgermeisters in Nordhorn kandidiert. Dies sei einer der wichtigen Punkte für die kommenden Jahre.  Für den Landkreis Grafschaft Bentheim kündigte der Landratskandidat Uwe Fietzek Investitionen von 30 Millionen Euro in den Breitbandausbau an. Er betonte dabei die „sehr hohe Qualität unserer regionalen Wirtschaft“ und rechne sich deshalb auch für heimische Unternehmen gute Chancen in der Auftragsvergabe aus. Nur stünden die Unternehmen damit wieder vor einer Herausforderung, sie müssten genügend Fachkräfte gewinnen.

Für den Breitbandausbau werden dringend Fachkräfte gesucht. Zu sehen ist ein Mitarbeiter der Beton- und Monierbau GmbH (BuM) aus Nordhorn. (Quelle: Armin Frieling)

„Auch in Verkehrswege werde mehr investiert“, so der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers. (Quelle: Armin Frieling)

Reinhard Kewe, Gesellschafter der Beton- und Monierbau GmbH (BuM) aus Nordhorn, im Gespräch mit dem niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers. (Quelle: privat)

(von links) Reinhard Kewe, Andre Mülstegen und Reinhold Hilbers im Gespräch über die zukünftige Entwicklung. „Wir müssen Nordhorn insgesamt attraktiver für Fachkräfte machen.“, so Andre Mülstegen. (Quelle: privat)

(von links) Reinhold Hilbers, Andre Mülstegen und Uwe Fietzek besichtigten auch den Maschinenpark der Firma Beton- und Monierbau GmbH (BuM) aus Nordhorn. (Quelle: privat)



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